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Nur nach bestandener schriftlicher Prüfung bei der zuständigen Außenstelle der Bundesnetzagentur ist man berechtigt, den Amateurfunkbetrieb aufzunehmen. Hierüber erhält man eine Genehmigungsurkunde. Ich habe meine Prüfung vor der Neufassung des Gesetzes über den Amateurfunk abgelegt. Daher ist noch von der "Amateurfunklizenz" die Rede, während nunmehr die Genehmigung das "Amateurfunkzeugnis" darstellt. Da ich noch Kenntnisse im Hören und Geben von Morsezeichen nachweisen musste, ist die Genehmigungsklasse B vermerkt.

So sieht meine Lizenzurkunde aus:

Titel Lizenzurkunde







Dies ist die Vorderseite...
Innenseiten Lizenzurkunde
                               ...und hier sind die Innenseiten zu sehen.

Stören Sie sich nicht an dem Ausstellungsdatum meiner Lizenzurkunde: Es markiert meinen Umzug nach Dittelbrunn - gleichzeitig Standort der "ortsfesten Amateurfunkstelle".

Jeder Funkamateur erhält von der zuständigen Behörde seines Landes ein Rufzeichen, das weltweit einmalig ist. Grundlage bilden internationale Vereinbarungen.


Viele Mitmenschen haben keine Vorstellung darüber, was sich hinter der Freizeitbeschäftigung "Amateurfunken" eigentlich verbirgt.

Einige halten Funkamateure für schrullige Zeitgenossen, die ganze Nächte hinter ihren Funkgeräten verbringen, sich mit merkwürdigen Kürzeln unterhaltend. Andere wiederum sind verärgert, wenn das Fernsehbild während einer wichtigen Fussballübertragung zu wackeln beginnt oder aus der Stereoanlage merkwürdiger Kauderwelsch zu hören ist. Solche Störungen treten nicht häufig auf, lassen sich aber in aller Regel beseitigen - die Mithilfe Betroffener vorausgesetzt.

Als ich nach bestandener Prüfung - damals bei der Oberpostdirektion in Nürnberg - vor rund vierzig Jahren begann, mit einfachen Mitteln und geliehenem Gerät ausgestattet meine ersten drahtlosen Kontakte zu knüpfen, kursierten noch andere Gerüchte. Damals gab es nur relativ wenige Funkamateure, und so wurden diese als "Schwarzfunker" angesehen - generationsbedingt in erster Linie von Leuten, die noch das "Dritte Reich" bewusst erlebt hatten. Mit dem Aufbau des Mobilfunknetzes vor über zwanzig Jahren kam eine weitere Variante hinzu: Funkanlagen sind nunmehr die Ursache für Schlafstörungen und weiterer mehr oder minder starker gesundheitlicher Beeinträchtigungen angeblich elektrosmogsensibler Zeitgenossen. Diese schrecken nicht einmal davor zurück, ihre amateurfunkenden Nachbarn deswegen zu kriminalisieren. 

Es folgte die Zeit, in der der so genannte "Jedermann-Funk" (CB-Funk) freigegeben wurde. Von jedem Interessierten konnten passende Funkgeräte kleiner Leistung in Betrieb genommen werden. Vorgeschrieben war (uns ist), dass nur typgeprüfte Geräte mit entsprechender Kennzeichnung (damals FTZ-Nummer) verwendet werden, Die Zahl der Teilnehmer - sie kann naturgemäß geschätzt werden, da eine Registrierung nicht erfolgt - lag bei eineinhalb bis zwei Millionen allein in Deutschland. Nach Einführung des Mobilfunknetzes ging sie erheblich zurück.  

Etliche CB-Funker erkannten schnell, dass der Funkbetrieb im 11-m-Band (diese Bezeichnung ist von der verwendeten Wellenlänge abgeleitet) ihren Ansprüchen keinesfalls gerecht wurde und fanden auf diesem Weg zum Amateurfunk. Hierzu muss man wissen, dass der CB-Bereich einerseits auch für ISM-Zwecke (Industry, Science, Medicine) genutzt wird und "Störungen" durch diese Nutzer geduldet weden müssen. Andererseits sind Eingriffe in CB-Funkgeräte nicht zulässig, weil dann deren Betriebserlaubnis erlischt. Werden dennoch solche Geräte eingesetzt, ist dies strafbar.

Seit weit über einhundert Jahren gibt es Amateurfunk. Während in den Vereinigten Staaten von Amerika dank liberalen Gedankenguts recht schnell technisch Interessierte für eine Verbreitung sorgten, war es bis weit in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland strikt verboten, auch "nur" Empfänger in Betrieb zu nehmen. Wenn auch in anderer Form, finden sich leider Relikte dieses Gedankengutes bis zum heutigen Tag. Weil besonders "rührige" Gemeinden den Betrieb von Amateurfunkgeräten nicht untersagen können, wird allerdings versucht, dem vermeintlichen Problem mit Antennenverboten beizukommen. Dass dies eigentlich alles andere als ein Ruhmesblatt für die betreffenden Kommunen ist, wird den Bürgermeistern und Gemeinderäten aufgrund gezielter Fehlinformationen offenbar nicht bewusst. Es gibt andererseits dankenswerterweise in der Tat Kommunen, die mit gewissem Stolz "ihre" Funkamateure nach Kräften unterstützen, wohl wissend, dass der Name ihrer Gemeinde hinaus in die Welt getragen wird.


Ich möchte hier nicht mit der Definition der zugehörigen internationalen Vertragswerke hierzu (der Vollzugsordnung Funk zum Internationalen Fernmeldevertrag) und dem Gesetz über den Amateurfunk aufwarten. Vielmehr stelle ich nachfolgend die mannigfaltigen Spielarten - allerdings keineswegs abschließend - dar:

  • Vorbemerkung: Den Funkamateuren stehen weltweit zahlreiche Frequenzbänder (wohlgemerkt ganze Bereiche, keine einzelnen Frequenzen) für ihre Betätigung zur Verfügung, naturgemäß zum größten Teil harmonisiert. Letzteres gilt vor allem für die Kurzwellenbänder, die je nach Tages- und/oder Jahreszeit teilweise weltweiten Funkbetrieb ermöglichen. Weiter sind Segmente bis zu höchsten Frequenzen (ebenfalls kraft internationaler Vereinbarungen) zugeteilt - ideales Betätigungsfeld für experimentierfreudige Funkfreunde! Zu einem großen Teil sind die Frequenzzuweisungen exklusiv, soll heißen, andere Funkdienste haben hierin nichts zu suchen. Dennoch müssen bei den Amateurfunkverbänden so genannte Bandwachten tätig sein, die auf Eindringlinge achten uind den zuständigen Fernmeldeverwaltungen Mitteilungen zur Abhilfe geben.
  • Für zahlreiche Funkfreunde steht die Kommunikation im Vordergrund. Sie legen Wert auf zahlreiche Verbindungen, möglichst weit oder mit Orten, an denen sich naturgemäß nur sehr wenige Funkamateure aufhalten. Bestätigt werden diese Verbindungen durch spezielle Karten, und derjenige, der beispielsweise eine bestimmte Anzahl hiermit nachweisen kann, hat Anspruch auf eines der zahlreichen Diplome.
  • Die Teilnahme an Wettbewerben (so genannte Konteste) mit technischen oder vor allem kurzen zeitlichen Vorgaben ist ebenfalls beliebt.
  • Andere Funkfreunde suchen Kontakte von ihrem Fahrzeug aus oder mit tragbaren Geräten. Gerade dies stellt eine besondere Herausforderung dar, zeigt aber auch, dass sie in Notfällen mithilfe ihrer Technik zur Verfügung stehen können.
  • Reizvoll ist es für eine andere Gruppe, Verbindungen mit Morsetelegrafie aufzubauen. Mit kleinen, selbstgebauten Geräten können weltweit Verbindungen auch mit geringen Sendeleistungen und ungüstigen Bedingungen abgewickelt werden.
  • Da ich gerade den Selbstbau angesprochen habe: in zahlreichen Funkbuden entstehen oft Geräte, die sich durchaus mit Kommerziellem messen können. Besonders stolz auf ihre Eigenbauten können Funkfreunde sein, die beruflich fern von jeglicher Technik tätig sind. Für viele Betriebsarten oder Frequenzbereiche gab oder gibt es nichts Käufliches, und folglich ist es gerade hier angesagt, selbst zum Lötkolben zu greifen. Ich erinnere mich an jene Zeiten zurück, als die Deutsche Bundespost vermehrt Fernschreiber älterer Bauart aussonderte, die dann bei den Funkamateuren landeten. Zum Durchbruch der Betriebsart "Funkfernschreiben" verhalf der Einsatz der ersten so genannten Operationsverstärker, jener kleinen integrierten Schaltungen, die für damalige Verhältnisse zwar noch recht teuer waren, aber einfache und betriebssichere Aufbauten ermöglichten. Als die ersten Kleincomputer auf dem Markt kamen (Commodore C 64, Apple II...), verschwanden die klappernden Fernschreiber. Kleine, aber leistungsfähige Programme übernahmen deren Aufgabe. 
    Schon Jahre zuvor wurden zahlreiche Verfahren zur Übertragung von Bild und Schrift entwickelt, nicht wenige von Funkamateuren für Funkamateure. Die nähere Darstellung würde hier zu weit führen.
  • Dass Experimentieren und Selbstbau nach wie vor  d i e  Domäne des Amateurfunkdienstes ist (er ist der einzige Funkdienst überhaupt, dem es gestattet ist, mit "Selbstgebautem" in die Luft zu gehen), zeigen Fachzeitschriften und zahlreiche Fachbücher mit unterschiedlichen Themen  von A wie Antenne bis Z wie Zubehör. Internetauftritte hierzu finden Sie auf der Seite mit den Links.
  • Vor genau fünfzig Jahren wurde der erste Amateurfunksatellit - Bezeichnung: OSCAR 1 - in Betrieb genommen. Er sendete sein Signal im 2-m-Amateurfunkband für einige Wochen Richtung Erde, bis die Batterien an Bord erschöpft waren. In der Folgezeit wurden einige Dutzend "OSCARs" in den Weltraum als Beipack mit kommerziellen Satelliten verbracht. Dies zeigt, dass Funkamateure auch hier in der ersten Liga auftreten.
  • Astronauten in der internationalen Raumstation ISS sind in der Regel Inhaber eines Amateurfunkzeugnisses. Soweit es ihr Arbeitspensum ermöglicht, treten sie in Kontakt zu ihren Funkfreunden auf der Erde. Nicht selten nehmen sie bei ihren Außeneinsätzen auch spektakuläre Änderungen an den Amateurfunkantennen an ihrem Flugkörper vor.
  • Für Menschen mit Behinderungen ist Amateurfunk eine wichtige Brücke zur Außenwelt.  Viele Sehbehinderte haben den Weg zu diesem Hobby gefunden. Ihnen gilt besonderer Respekt, müssen sie trotz ihres Handycaps gleichermaßen die Prüfung zur Erlangung des Amateurfunkzeugnisses ablegen.
  • Es gibt nicht wenige Jugendliche, die über den Amateurfunk zu ihrem Beruf gefunden haben. Wenn der Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e. V." (AATiS) mit dem Slogan "vom Funkamateur zum Ingenieur" wirbt, ist dies keine Übertreibung, sondern Programm. Gerade in der heutigen Zeit, in der in Deutschland händeringend Nachwuchs für technische Berufe gesucht wird, ist es wichtig, technikfeindlichem Handeln entgegen zu treten. Der Ortsverband Schweinfurt im Deutschen Amateur-Radio-Club e. V. steht in Kontakt mit der "Wissenswerkstatt", die in nächster Zeit in Schweinfurt ins Leben gerufen werden soll.

Es kursiert das böse Wort vom "Steckdosenamateur", jenen Funkamateuren, die vom Funkgerät bis zur Antenne einschließlich Dazwischenliegendem alles ausnahmslos "von der Stange" beziehen und sich noch nie die Finger am Lötkolben verbrannt haben (weil sie keinen besitzen). Ich muss aber zur (allerdings nur teilweisen!) Rechtfertigung dieses  Personenkreises einräumen: die Miniaturisierung moderner käuflicher Funkgeräte ist so weit fortgeschritten, dass Eingriffe oder gar Reparaturen selbst für Fachwerkstätten so gut wie unmöglich sind.

Jeder, der meint, den Amateurfunk als Spielerei abtun oder gar als überholt im Zeitalter von  Internet und Handy ansehen zu müssen, sollte den vorstehenden Beitrag (Stand Februar 2012) durchlesen. Amateurfunk dient zwar auch der Kommunikation unter Gleichgesinnten, lebt aber - im Gegensatz zu Handy und Internet - eben nicht ausschließlich von der Kommunikation, sondern vorrangig von der Liebe zur Technik seiner Betreiber. An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich betont, dass der Amateurfunkdienst ein technisch-experimenteller Funkdienst ist!

Mit den modernen Mitteln Handy und Internet kann ich zwar jeden Zeitgenossen in zivilisierten Teilen unserer Erde (kostenpflichtig!) mit wohlgemerkt nur fremder! technischer Hilfe (Stichwort: Mobilfunkmasten) und ohne besondere Kenntnisse erreichen. Mit eigener Leistung können dies untereinander aber nur Funkamateure... Und: wer kann schon Kontakt mit der internationalen Raumstation ISS aufnehmen? Die Astronauten sind in der Regel Inhaber eines Amateurfunkzeugnisses, und wenn es ihr Arbeitspensum erlaubt, unterhalten sie sich mit ihren Funkfreunden auf der Erde.


Anfang der 1980er Jahre waren die ersten "Personal-Computer" erhältlich. Die älteren Leser dieser Zeilen werden sich erinnern: Commodore VC 20, später Commodore C 64, Apple II+, Sinclair ZX 80, um nur einige zu nennen, kamen auf den Markt, es folgte IBM mit seinen Produkten. Im privaten Bereich wandte sich ein großer Teil der ersten Computerfreaks der Anwendung für Spiele zu - meist auch selbst programmiert, denn käufliche Programme waren noch rar und zudem noch sehr teuer. Nach und nach konnte man Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations- und Datenbankprogramme erwerben, für damalige Verhältnisse angesichts der kleinen Arbeitsspeicher sogar recht leistungsfähig, heute allerdings belächelt.

Sehr frühzeitig erkannten Funkamateure, dass sich Funk- und Computertechnik geradezu ideal ergänzen. Im vorangegangenen Kapitel erwähnte ich bereits, dass die mechanischen Fernschreiber den ersten Kleincomputern wichen. Es gibt heute nur noch wenige Funkfreunde, die sich nicht eines Rechners zur Ausübung ihres Hobbys bedienen - aus welchen Gründen auch immer. Von bescheidenen Anfängen ausgehend wurden nach und nach Techniken und Programme entwickelt, die kaum noch Wünsche offenlassen; ein Ende ist dennoch nicht abzusehen.

Drahtlos übertragene Fernschreibsignale sind relativ empfindlich gegenüber Störrungen jeder Art. Daher wurde zunächst auf Grundlage des DATEX-P-Verfahrens (dieses setzte auch die Deutsche Bundespost für [allerdings drahtgebundene] Datenübertragungen ein) das erste fehlererkennende dahtlose "Fernschreibverfahren" Packet Radio (Datenpaketfunk) entwickelt. Es ist nach wie vor sehr beliebt und somit weit verbreitet. An seine Seite getreten sind zwischenzeitlich etliche Übertragungstechniken, die sich wegen ihrer Schmalbandigkeit (geringen Bandbreite) besonders für Kurzwellenbetrieb eignen.

An dieser Stelle sei ein Hinweis für meine Funkfreunde eingeschaltet:

Mein Internetauftritt wird auch von Nichtfunkamateuren gelesen. Er soll daher auch von diesem Personenkreis (zumindest einigermaßen) verstanden werden. Manche Darstellung - auch in den anderen Kapiteln - mag daher in den Augen von Funkamateuren laienhaft wirken. Ich muss den Spagat zwischen fachlichen und allgemeinverständlichen Hinweisen finden - kein einfaches Unterfangen.

Ein Blick zurück: Im Jahr 1982 erwarb ich meinen ersten Computer. Es war ein Apple-II-Nachbau (das Original wäre viel zu teuer gewesen) mit Schwarz-Weiß-Monitor und einem externen 5 1/4-Zoll-Disketten-Laufwerk. 2.700 DM (umgerechnet rund 1.400 €) kostete damals das für heutige Verhältnisse "einfache" Gerät mit 64 Kilobyte (!) Arbeitsspeicher und dem Zubehör - seinerzeit eine Menge Geld. Auf einer Diskette konnten rund 360 Kilobyte Daten gespeichert werden - Stückpreis rund 5 DM. Später kaufte ich einen Neun-Nadel-Drucker des Herstellers OKI für rund 1.300 DM (umgerechnet knapp 700 €) - es war seinerzeit das preisgünstigste Gerät auf dem Markt.

Die heutige Computertechnik wird beileibe nicht nur zu Bild- und Schriftübertragungsverfahren herangezogen. Moderne Funkgeräte sind mit entsprechenden Schnittstellen zur "Fernbedienung" ausgestattet. Antennen werden mithilfe des Computers gesteuert, seien es Antennenrotoren zur Richtungseinstellung, insbesonder für den Funkverkehr über Satelliten, sei es zur Anpassung der Antennen an die unterschiedlichen verwendeten Frequenzen. Viele Interfaces (Schnittstellen) zum Anschluss externer Gerätschaften an den Computer sind maßgeschneiderte Selbstbauten. Fachliteratur hierzu gibt es reichlich, vertrieben zum Beispiel vom Verlag des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e. V. - einfach einmal diese Seite anklicken und surfen!

Weitere Programme helfen beim Zeichnen von Schaltplänen (so auch in diesem Internetauftritt unter dem Navigationspunkt '"Amateurfunk - Basteln") oder zur Erfassung von Messdaten. Abschließend ist meine Darstellung keineswegs... 


Vielfach wird der Begriff "Amateur" abwertend gebraucht. Unfachmännisch, stümperhaftig, dilettantisch sind die Beschreibungen, die hier immer wieder in diesem Zusammenhang zu lesen und zu hören sind.

Die Übersetzung des Wortes "Amateur" aus dem Französischen bedeutet jedoch: "etwas lieben und gern tun". Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass man einem Steckenpferd, neudeutsch "Hobby",  mit Leidenschaft nachgeht. Wenn sich die Leserinnen und Leser dieses Internetauftritts der Mühe unterziehen und dem einen oder anderen Link folgen, werden sie Seiten mit mitunter Leistungen finden, die denen von Experten keineswegs nachstehen und mit großem Fachwissen verbunden sind.

Die Anhänger meines Hobbys legen Wert darauf, als "Funkamateure" bezeichnet zu werden - entsprechend der Definition im Gesetz über den Amateurfunk. "Amateurfunker" klingt abwertend; so sieht es auch die Darstellung in Wikipedia.


Entscheidend ist die Tatsache, dass Funkamateure diese Erklärung selbst erstellen dürfen. Dies ist die logische Folgerung aus der Tatsache, dass Funkamateure aufgrund ihrer Prüfung die Kompetenz besitzen, ihre Anlage in allen Einzelheiten selbst zu beurteilen. Wie umfangreich die vorzulegenden Unterlagen sind, ergibt sich aus dem hier hinterlegten PDF-Dokument!

Sobald Funkamateure auf einem Band mit mehr als 10 Watt effektiver Strahlungsleistung (EIRP) senden, sind sie verpflichtet, der Bundesnetzagentur (BNetzA) eine detaillierte Erklärung über ihre Amateurfunkstelle abzugeben. Die Sicherheitsabstände können entweder messtechnisch oder rechnerisch nachgewiesen werden.

Alle anderen Funkdienste müssen eine Standortbescheinigung vorweisen, die von der Bundesnetzagentur erstellt wird. Dies gilt beispielsweise für Rundfunk- und Fernsehsender gleichermaßen wie für Mobilfunkanlagen. Die Erteilung einer Standortbescheinigung ist - dies liegt in der Natur der Dinge - für die Betreiber mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.

Da die Funkamateure ihre Erklärung selbst fertigen, fallen für sie keine Kosten an. Programme zur Berechnung der Sicherheitsabstände und zur Erstellung der so genannten Selbsterklärung werden von den Amateurfunkverbänden (DARC) und von der Bundesnetzagentur zur Vefügung gestellt. Für den messtechnischen Nachweis stehen den Mitgliedern eigene Geräte zur Verfügung, die regelmäßig anhand der Einrichtungen der Physikalisch-technischen Bundesanstalt in Braunschweig abgeglichen werden. Damit ist die erforderlich hohe Genauigkeit der Messungen gegeben.

Nun könnten Elektrosmog-Phobiker in der Nachbarschaft auf die Idee kommen, die Selbsterklärung sei nicht ausreichend. Denkbar wäre es, dass sie eine Standortbescheinigung wünschen: die Bundesnetzagentur wird natürlich Gebühren für ihre Mühewaltung erheben, die allerdings auf die Antragsteller zurückfallen. Wer bekanntlich die Musik bestellt, bezahlt sie auch...


Ich selbst bin Lutheraner. Meine Funkfreunde römisch-katholischen Glaubens kennen Schutzpatrone. Nach kirchlichem Verständnis sind dies Heilige, deren Schutz unter anderem Berufe oder Tätigkeiten unterstellt sind.

Der Schutzpatron der Funkamateure ist Maximilian Kolbe. Er bewahrte im Konzentrationslager Auschwitz einen Mitgefangenen vor dem Tod, indem er statt seiner den Hungertod auf sich nahm. Er war als Missionar tätig; unter dem Rufzeichen SP3RN wirkte er als Funkamateur. Näheres über das Leben und Wirken Kolbes im Heiligenlexikon.

Auch bei Wikipedia findet sich ein Beitrag über Maximilian Kolbe.

Den Amateurfunk sah er als "Verständigungsmittel gutwilliger Menschen in aller Welt". Zu dieser Aussage habe ich zwei Anmerkungen anzubringen:

Es kann (und darf!) nicht verschwiegen werden, dass die Betriebstechnik (Anmerkung für Nichtfunkamateure: dies ist die Abwicklung des Funkverkehrs) etlicher Funkfreunde mehr als zu wünschen übrig lässt. Dieses Verhalten - wohl geltungsbedürftiger Zeitgenossen -  ist keine Werbung für eine Freizeitbeschäftigung, die hohen Ansprüchen gerecht werden soll, zumal jedermann Amateurfunksendungen mithören darf.


In der Vergangenheit habe ich auch einige Arbeiten in Amateurfunkzeitschriften veröffentlicht. Da ich berufsbedingt recht viel Gedanken zu Papier bringen muss, liegt es nahe, auch für das Hobby Beiträge zu leisten:

  • "Luftdruckmessung mit linearem Sensor", in Zusammenarbeit mit Helmut Berka, DL2MA, erschienen im Praxisheft 14 der AATiS, Seite 34 ff.
  • "Erstellung von Vorlagen für Codierscheiben" im gleichen Heft, Seite 85 ff.
  • "Wetterstationsmodul zur Temperaturmessung", Praxisheft 15 der AATiS, Seite 66
  • "Geschichte einer Antennenanlage", Heft 4/1999 der CQDL - Clubzeitschrift des DARC e. V. - Seite 276 ff.
  • "Windmessung mit hoher Genauigkeit", Praxisheft 22 der AATiS, Seite 72 ff.
  • "Messungen von Niederschlägen", Praxisheft 23 der AATiS, Seite 40 ff.
  • Fortsetzung "Geschichte einer Antennenanlage" in Heft 2/2015 der CQDL




 Hier folgt eine kleine Aufstellung mit deren Rufzeichen, die keineswegs Anspruch auf Vollständiigkeit erhebt:

König Hussein von Jordanien +                                                        JY1          
dessen Witwe Muna HusseinJY2
König Juan Carlos von SpanienEAØJC
Alberto Grimaldi, Prinz von Monaco3AØAG
König Fahd von Saudi ArabienHZ1AA
König Bhumiphol von ThailandHS1A
Friedrich Merz, CDU-PolitikerDK7DQ
Mahatma Ghandi +VU2RG
Francesco Cossiga, ehem. ital. PräsidentIØFCG
Barry Goldwater, ehem. US-Senator +K7UGA
Carlos Saul Menem, argent. PräsidentLU1SM
Emile Lahoud, liban. StaatspräsidentOD5LE
Ulf Merbold, deutsch. AstronautDB1KM
Ernst Messerschmid, deutsch. AstronautDG2KM
Franz Viehböck, österr. AstronautOEØMIR
Thomas Reiter, deutsch. AstronautDF4TR
Eileen Collins, US-AstronautinKD5EDS
Juri Gagarin, russ. Kosmonaut +UA1LO

Zumindest die gekrönten Häupter leb(t)en in "noch nie dagewesenen" Wohngebieten...






"Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frißt."

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt."

Beide Zitate stammen von Albert Einstein, Nobelpreisträger und dt.-amerik. Physiker.

Angesichts der zahllosen Studien, die sich mit der Ungefährlichkeit der so genannten "Mobilfunkstrahlung" auseinandersetzen:

"Es ist unglaublich, wie viel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen."

Friedrich Hebbel, deutscher Dichter

Von und über Politiker:

Einem ehemaligen Gemeinderatsmitglied zum "Nachruf":

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Volksweisheit

Gedankengänge mancher (Kommunal-)Politiker...

"Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man unterlässt."

Laotse, chin. Weiser


"Wer in die Politik geht, muss auch heißen Dampf aushalten."

Klaus Kinkel, ehemaliger Außenminister, FDP


die weltbekannte Skulptur - ausnahmsweise vertikal...

Ein paar Hinweise und Gedanken zur Entstehung und Bedeutung der "drei Affen " sind übrigens bei Wikipedia zu finden.

Diese Rubrik wird laufend ergänzt, wenn ich auf der Suche nach geeigneten Zitaten fündig geworden bin.

                        


"- Hobbys: Ganz wichtig ist die Pflege von Hobbys und sonstigen Tätigkeiten außerhalb des Berufs. Das gilt als Selbstverständlichkeit, doch auch hier sieht die Wirklichkeit anders aus. Jeder spricht von seinen Hobbys, doch nur eine Minderheit praktiziert sie so, dass sie einen hilfreichen Stellenwert im Alltag einnehmen. Die häufigste Entschuldigung ist bekannt: keine Zeit, der Beruf und sonstige Verpflichtungen lassen es nicht zu.

Wie real diese Ausrede auch immer sein mag, wenn man das Hobby als Regenerationshilfe nicht nutzt und auch sonst keinen Ausgleich hat, dann gerät man langsam, aber sicher in ein Defizit. Dessen Folgen sind meist aufwendiger, als die kontinuierliche Pflege eines Hobbys. Denn ein Hobby ist nicht nur ein Hobby, sondern ein wichtiger Teil der Gesundheitserhaltung, eine wirksame Selbstheilungsmaßnahme.

Manche versteigen sich - ausdrücklich oder zumindest für sich selber als Trost - zu dem "Grundsatz": Mein Beruf ist mein Hobby. Diese Brücke kann in der Tat recht lange halten, hat aber ihre Schwachstellen. Denn was ist, wenn der Beruf das Hobby darstellt und man verliert plötzlich die Freude an der Arbeit, aus welchem Grund auch immer? Dann hat man gar nichts mehr.

Oder noch schlimmer: Was ist nach Abschluß der Arbeit denn nicht alle können bis ins hohe Alter weitermachen? Dann drohen "Renten-Bankrott" und "Pensionierungs-Schock". Wer dann alte Hobbys reanimieren will, muß Glück haben, wenn das gelingen soll. Vielfach schrumpft alles zu einem kümmerlichen Tagesplan, der eher an ein Dahinvegetieren als an ein erfülltes Altern erinnert. Vor allem aber schrumpfen damit geistige Regsamkeit, körperliche Reserven und zwischenmenschliche Aktivitäten. Deshalb: Hobbys sind mehr als Hobbys. Sie sind wie ein angespartes Vermögen für psychosoziale Notzeiten, die ja durch das Berufsende unabweislich kommen werden."

aus: Psychosoziale  Gesundheit - von Angst bis Zwang
Prof. Dr. med Volker Faust, Universität Ulm

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/burnout.htm



Funkamateure, pflanzt Pappeln!

Kurz nach dem Vorruhestand war Blasius, DA1AAA, aufs Land gezogen, weg von der HF-verseuchten Großstadt, wo ihm seine Nachbarn das Leben mit Beschwerden über angeblich verursachte Störungen vergällten und die RegTP bei der Selbsterklärung Leistungsreduzierung auf 10 W forderte. In Entenhausen fand er ein preiswertes und zudem genügend großes Grundstück, um seine Traumantenne, eine Delta-Loop für 80 m bis 10 m aufzubauen. Die Antennendrähte gingen gleich vom Fenster seines Shacks im Dachgeschoss aus im Winkel von 60° weg zu den beiden 10 m hohen Holzmasten, die Blasius an den Enden des Gartens eingegraben hatte. Die Antenne war unauffällig, aber so wirkungsvoll, dass Blasius seine Freude daran hatte, das Logbuch sich schnell füllte und die Diplomwand bald zu klein wurde. Seine Nachbarn wohnten in gebührendem Abstand, er hielt alle Personenschutz- und HSM-Grenzwerte ein, niemand nahm Anstoß an seinem harmlosen Hobby.

Eines Tages hatte in Entenhausen eine neue Partei das Sagen. Die beschloss neben anderen Merkwürdigkeiten ("Der Mond über Entenhausen besteht aus Käse"), dass es keine Antennenmasten länger als 2 m geben dürfe. Damit sollten Mobilfunkanlagen auf Gemeindegrund verhindert werden, aber es traf Blasius, der seine beiden schönen Holzmasten ausgraben musste. Da ihm bekannt war, dass eine KW-Antenne in 2 m Höhe nicht besonders gut spielt, sann er auf Abhilfe. Er studierte die neue Ortssatzung ganz genau und fuhr dann in die Kreisstadt, wo er in einer Baumschule zwei kleine Säulenpappeln erstand, die er unter Beachtung der im Nachbarrecht genannten Grenzabstände in der Nähe der bisherigen Standorte der Antennenmaste auf seinem Grundstück pflanzte.

Pappeln gibt es in 35 Arten fast überall auf der Welt. Ihr jährliches Wachstum beträgt bis zu 1 m, und manche werden bis zu 40 m hoch. Blasius ist heute 60 Jahre alt und hat gute Chancen, in etwa 10 Jahren wieder sein Hobby betreiben zu können, denn dann werden die Bäume circa 12 m hoch sein und prima Haltepunkte für eine neue Delta-Loop abgeben. In der Ortssatzung steht nämlich nichts über ein Verbot, lebende Bäume als Antennenhalterung zu benutzen.

Zu befürchten bleibt allerdings, dass der bis dahin auch nach Entenhausen kommende HF-Müll, ausgehend von der Power-Line-Communikation (PLC), die die gleichen Politiker offensichtlich zu dulden bereit sind, Blasius die Freude an seinem Amateurfunkhobby gänzlich vermiest. Aber dann hat er immerhin genügend Holz für seinen Kamin, an dem er sich abends bei einem Glas Wein an die alten Zeiten erinnern kann, als ein Funkamateur noch ohne behördliche Über-Regulierungen sein Steckenpferd reiten durfte.


Der vorstehende Beitrag wurde dem Büchlein "Funkamateure sind auch nur Menschen", verfasst von dem im April 2011 verstorbenen Funkfreund Klaus Böttcher, DJ3RW, entnommen. Es ist im DARC-Verlag erschienen (ISBN 3-88692-049-6).

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen mag jeder selbst nachvollziehen. Die Geschichte könnte sich auch in Dittelhausen oder in Entenbrunn zugetragen haben...


Im Jahr 2014 feierte der Ortsverband Schweinfurt im DARC (B 14) sein 60-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass haben wir eine Festschrift herausgegeben, die hier - als PDF-Dokument - angesehen werden kann. Viel Spaß beim Durchlesen.

 
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